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Was ist Kanin-Hop?
Kaninhop ist eine sogenannte „Sportart“ für Kaninchen.
Dabei tragen die Kaninchen ein Geschirr bestehend aus einem Brust- und einem Bauchgurt sowie eine Leine. Der Halter führt beim Kaninhop das Kaninchen über einen Parcours, der wie beim Springreiten aufgebaut ist.
Der Unterschied zum Springreiten ist, dass die Hindernisse wesentlich kleiner sind. Das Kaninchen, dass seine Strecke also innerhalb kürzester Zeit mit möglichst wenigen Fehlern bewältigt, gewinnt. Ein Fehler ist hierbei das Reißen eines Hindernisses oder drei leichte Korrekturen durch den Kaninchenhalter.
Da jedes Kaninchen andere Leistungen bringen kann, werden die Wettkämpfe in Schwierigkeitsklassen unterteilt. In der leichtesten Klasse handelt es sich dabei um 8 Hindernisse mit einer maximalen Höhe von 25cm. In der schwersten Klasse muss das Kaninchen 12 Hindernisse von bis zu 50cm überspringen.
Woher kommt Kanin-Hop?
Ursprünglich stammt Kaninhop aus Schweden. Die dortigen Kaninchenzüchter wollten ihre Tiere nur damit beschäftigen, um sie auch mal von dem Käfigalltag zu befreien. Ende der 70er Jahre wurde dann der erste schwedische Club gegründet, der seine Kaninchen nach eben diesen Regeln des Springreitens trainierte. Mittlerweile ist dieser Sport in fast allen europäischen Ländern weit verbreitet. In Deutschland findet diese Sportart leider auch immer mehr Beliebtheit. Für Kaninhop gibt es sogar Landes- und Europameisterschaften.
Probleme mit Kanin-Hop
Kaninchen sind Fluchttiere. Bei Gefahr laufen sie so schnell wie möglich davon und suchen sich ein sicheres Versteck. Zudem sind Kaninchen sehr revierbezogen.
Bei solchen Kaninhop-Wettkämpfen werden die Tiere in kleine Boxen gepackt, auf dem „Sportgelände“ ausgestellt und ausgiebig untersucht, um dann an die Leine geschnallt und über ein paar Hindernisse gezerrt zu werden. Das kann nicht artgerecht sein. Die fremden Gerüche der anderen Kaninchen machen die Tiere nervös. Zudem leben sie ständig in Angst, da von überall her Menschen kommen, um sie ausgiebig zu beglotzen und begrapschen. Dabei hat keins der Tiere ein Häuschen, um sich verstecken zu können.
Wie oben bereits erwähnt, sind Kaninchen Fluchttiere. Fluchttiere gehören an keine Leine, da sie – wie der Name schon sagt – jederzeit die Möglichkeit zur Flucht haben müssen. Aber diese Leinen engen die Kaninchen nicht nur ein, sondern können auch lebensbedrohlich sein. Wenn sich das Kaninchen plötzlich erschreckt, kann es sich in dem Geschirr mehrere Rippen brechen.
Zudem wird die Leine meist straff gehalten, währen das Kaninchen springt. Also reicht es schon aus, einfach nur abzuspringen oder hinter dem Hindernis wieder „landen“ zu wollen, um sich gefährliche Knochenbrüche zuzuziehen.
Ein Sport, bei dem ein Kaninchen an die Leine genommen wird, kann nicht artgerecht und im Interesse der Tiere sein und wird daher von Kaninchen@Home abgelehnt.
Manch jemand geht mit seinem Kaninchen gern im Garten mit der Leine „spazieren“. Jedoch bedenken diese Menschen dabei nicht, dass es sich um Kaninchen und nicht um Hunde handelt. Sollte das Kaninchen sich im Garten erschrecken und weglaufen, kann es erstens zu den oben erwähnten Knochenbrüchen kommen, es kann sich aber auch mit der Leine in sich selbst oder in einem Gestrüpp verheddern und sich dabei selbst grausam strangulieren.
Alternativen
Wer seinen Kaninchen Auslauf geben möchte, stellt am besten einen gesicherten Auslauf in den Garten und lässt das Kaninchen frei von jeder Leine darin nach Lust und Laune hoppeln und spielen. Wer sich mit seinen Kaninchen beschäftigen will, kann dafür eine „softe“ und vor allem artgerechte Form des Kaninhops wählen.
Dabei stellt man im Gehege oder im Zimmer Hindernisse auf, die leicht nachgeben, wenn sie berührt werden. Dadurch verhindert man Verletzungen, die entstehen, wenn das Kaninchen versehentlich gegen das Hindernis springt. Wenn das Kaninchen nun im Zimmer oder im Gehege läuft, setzt man sich auf die andere Seite des Hindernisses und lockt das Kaninchen mit ein paar Snacks über die Hindernisse. Das erfordert ein wenig Geduld, macht aber Halter und Tier weitaus glücklicher, als wenn der eine den anderen hinter sich her schleift.
Man kann diese Form des Kaninhop auch mit einem Klickertraining verbinden. Hierzu benötigt man lediglich einen Kugelschreiber. Jedesmal, wenn das Kaninchen freiwillig über ein Hindernis springt, gibt man ihm das Leckerchen und klickt dabei mit dem Kugelschreiber. Und mit viel Geduld und Training wird das Kaninchen bald auf Kommando des Kugelschreibers freudig über ein Hindernis springen. Damit bekommt das Kaninchen Bewegung und wird sogar noch mit dem Kopf beschäftigt.
Diese Leistung ist sicherlich viel beeindruckender, als wenn Jemand sein Kaninchen angurtet und damit über die Hindernisse treibt.
© Mareen Nahrstedt (Snuppie)
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