Die Körperspracheangespannte Körperhaltung mit steil nach oben gestrecktem Schwänzchen mit aufgestellten OhrenBei dieser Haltung wird der Vorderkörper nach vorne gestreckt und die Ohren werden aufgerichtet. Diese Haltung nimmt das Kaninchen ein, wenn es neugierig auf etwas ist, aber unsicher gegenüber dem Gegenstand oder dem Artgenossen. Ist das Schwänzchen angelegt, dominiert die Neugierde - ist das Schwänzchen nach unten geklappt ist das Tier bereit zur Flucht.
angespannte Körperhaltung mit steil nach oben gestrecktem Schwänzchen mit angelegten OhrenDiese Körperhaltung ist ein Zeichen von Aggressivität und Angriffslust.
Anstupsen mit der SchnauzeKaninchen begrüssen einander durch Anstupsen mit der Nase. Wenn unsere Hoppelzwerge uns mit der Nase leicht anstupsen, dann bedeutet das: "Hallo, hier bin ich. Kümmer dich um mich und streichle mich."
DuckenWenn sich das Kaninchen flach auf den Boden drückt, die Ohren flach anlegt und den Kopf nach unten drückt, unterwirft es sich einem anderen Kaninchen oder dir.
Ducken, plötzlichesDuckt sich das Kaninchen plötzlich, z.B. bei einem lauten Geräusch oder Gefahr, versucht sich das Tier zu tarnen, indem es sich totstellt. In diesem Fall hat das Kaninchen auch weit aufgerissene Augen, atmet heftig und der Körper wirkt wie erstarrt. In diesem Fall nähere dich dem Tier vorsichtig und sprich ruhig mit ihm, denn das Tier kann plötzlich panikartig aufspringen und versuchen in Deckung zu flüchten.
Entspanntes SitzenIn dieser Haltung hat das Kaninchen die Ohren angelegt und sitzt entspannt da. Dies ist eine Ruheposition und du solltest das Kaninchen nicht stören.
Gespannte Sitzhaltung mit angelegten OhrenDas Kaninchen ist in Verteidigungsbereitschaft und will nicht gestört werden.
Hakenschlagen/ Luftsprünge/ Tanzen in der LuftDas Kaninchen fühlt sich pudelwohl und ist übermütig.
Lecken mit der ZungeTiere, die sich mögen kuscheln miteinander und putzen einander das Gesicht. Wenn die Kaninchen deine Hand ableckt, sagt es dir: "Ich hab dich lieb!"
Manchmal leckt ein Kaninchen beim Streicheln auch deinen Ärmel oder das Sofakissen ab. Das passiert, wenn das Nin seinen Besitzer ganz doll lieb hat oder der Drang zur Kontaktpflege sehr gross ist - z.B. weil es allein leben muss.
Männchen machenDas Kaninchen richtet sich auf den Hinterläufen auf, um größere Übersicht zu bekommen, oder etwas, das höher liegt betrachten zu können. Es verschafft sich auf diese Weise einen guten Rundumblick.
Auch um Futter zu erreichen, richten sich Kaninchen auf den Hinterbeinen auf.
NaseblinzelnMan kann es dem Kaninchen förmlich "an der Nase ansehen", wie es ihm geht. Bewegt sich die Nase sehr schnell, ist es aufgeregt (ausser bei Hitze und Krankheit).
Räkeln Nach langen Ruhephasen strecken sich die Kaninchen häufig und gähnen herzhaft. Das sieht aus, als wenn sie jeden einzelnen Knochen und jeden einzelnen Muskel einzeln sortieren und wieder an die richtige Stelle bringen.
Scharren und KratzenFür dieses Verhalten gibt es verschiedene Deutungen:
1) Es ist ein angeborenes Grabverhalten. Schließlich leben Kaninchen in selbstgegrabenen Höhlen.
2) Kaninchen in Paarungsstimmung und trächtige Häsinnen scharren ebenfalls unruhig im Stroh.
3) Männchen, die erregt sind, scharren unruhig auf dem Boden, wenn sich Rivalen in der Nähe befinden.
4) Dominante Kaninchen scharren die Gerüche von Vorgängern auf und sezten ihre eigenen Duftmarken darauf.
5) Scharrt ein Kaninchen, nachdem du aufgehört hast, es zu streicheln, kann das der Wunsch nach mehr Zuwendung bedeuten.
6) Kaninchen, die in kleinen Käfigen oder in EInzelhaltung gehalten werden, scharren und kratzen häufig aus Langeweile oder weil sie deutlich machen wollen, dass sie aus dem Käfig raus wollen.
Seitenlage, ausgestreckte BauchlageWenn das Kaninchen müde ist, oder sich nach einem schnellen Lauf erholen möchte, legt es sich auf den Bauch oder schmeisst sich genussvoll auf die Seite. Dabei streckt es alle Viere von sich. Legt es dann noch den Kopf auf den Boden, klappt die Ohren zurück und beginnt die Augen zu schliessen, ist das ein deutliches Zeichen, dass das Tier schlafen will.
Bei Hitze werden die Beine ausgestreckt, bei Kälte angezogen.
Generell kann man sagen: je "relaxter" das Kaninchen daliegt, desto wohler und sicherer fühlt es sich.
(Meine Hoppler schlafen u.U. so fest ein, dass sie nicht einmal mehr darauf reagieren bzw merken, dass ich mich im Zimmer bewege.)
wälzenDem Kaninchen geht es rundum gut und es fühlt sich pudelwohl
Wegschieben der HandDas Kaninchen schiebt die Hand auf die Seite: es will in Ruhe gelassen werden. Folgen wir dieser Aufforderung nicht, kann es sein, dass das Kaninchen zubeisst.
Die LautspracheBrummenAnhaltendes leises Brummen zeigt, dass das Kaninchen paarungsbereit ist.
Fauchen oder Knurrenist ein Anzeichen für Aggression. Dem Fauchen kann ein blitzschneller Angriff folgen, bei dem das Kanichen u.U. auch zubeisst.
Fiepen1) Ein ängstlicher Klagelaut, der von Babys von sich gegeben wird.
2) Manche Kaninchen fiepen in der Ruhestellung oder beim Schlafen. Das kann ein Zeichen von Wohlbefinden sein.
3) Fiepen kann im Krankheitsfall auch ein Zeichen übergroßer Schmerzen sein und ist eine Steigerung des Zähneknirschens.
Klopfen mit den HinterläufenDas Klopfen ist ein Warnlaut. Kaninchen klopfen mit den Hinterläufen, wenn sie erregt oder zornig sind oder Angst haben. Er dient dazu den Mitbewohnern zu signalisieren, dass Gefahr droht.
leise mahlende Geräusche mit den ZähnenDas Kaninchen fühlt sich wohl und ist zufrieden.
Kaninchen mahlen häufig mit den Zähnen. Das tun sie z.B. wenn sie an besonders angenehmen Stellen gekrault oder gestreichelt werden. Manchmal mahlen sie auch mit den Zähnen, wenn sie entspannt auf der Seite liegen.
MurksenKurze, schnell hintereinander folgende Schimpflaute. Das Kaninchen meckert mit dir.
Schreien/KreischenWenn das Kaninchen starke Schmerzen hat oder in großer Todesangst ist, kann es laute Schreie ausstoßen, die durch Mark und Bein gehen
ZähneknirschenDas Kaninchen hat Schmerzen.
Das Geräusch darf nicht verwechselt werden dem leisen mahlenden Geräusch bei Zufriedenheit. Sichere Anzeichen, dass es sich um Schmerzen handelt, sind auch Teilnahmslosigkeit und Bewegungslosigkeit, sowie sonstiges anormales Verhalten.
Wenn du dir nicht sicher bist: lieber einmal zuviel als zuwenig zum Tierarzt!
Was es sonst noch an Verhalten gibtKot fressenAlle Kaninchen fressen einen Teil ihres Kotes. Meist sehen wir es gar nicht, weil sie es dirket vom After her aufnehmen und runterschlucken. Dieser Vorgang ist keineswegs ekelig, sondern lebensnotwendig. Im Blinddarm des Tieres werden durch Bakterien lebensnotwendige Vitamine (besonders B12) und Roheiweiß gebildet. Dies wird als Weichkot ausgeschieden und von den Kaninchen meist unzerkaut gefressen. Wenn du das Tier daran hinderst, diesen Kot aufzunehmen, wird dein Tier schnell Mangelerscheinungen erleiden und zugrunde gehen.
Urin verspritzenAuch stubenreine Kaninchen können die Angewohnheit haben Urin zu verspritzen. Das kann mehrere Bedeutungen haben:
1) Die Markierung eines Revieres.
2) Dominanzverhalten: es sagt: "Ich bin der Chef!"
3) Dein Kaninchen hat sich geärgert und ist "stinkesauer".
trotz Stubenreinheit in die Wohnung knödelnSolche Knödel manchmal willkürlich durch die Wohnung verteilt, nennt man Revierkot. Er zeigt, dass diese Fläche zum Revier des Kaninchens gehört. Die Analdrüsen versehen die kleinen Kügelchen mit einem Sekret, so dass sie für andere Kaninchen zu duftenden Botschaften werden. Meist riechen diese Knödel auch für Menschennasen strenger als der normale Kot.
In der Regel tritt dieses Verhalten bei Umzug, Einzug oder nach dem Waschen von Teppichen und Decken auf. Da es zur Revierabsteckung dient, wird fast immer damit zu tun haben, wenn ein anderes Kaninchen im Haushalt lebt.
mit dem Kinn reibenKaninchen haben am Kinn eine Duftdrüse, mit der sie alles markieren, was zu ihnen gehört. Dieser Duft ist für uns Menschen aber nicht wahrnehmbar.
SpielenKaninchen sind ausgesprochen verspielte Wesen: sie lieben es Dinge durch die Gegend zu schieben, in der Wohnung herumzurasen, auf die Couch oder das Bett zu springen, sich durch die Bettwäsche zu graben und viele andere verrückte Sachen zu machen. Dazu gehören auch Luftsprünge, Hakenschlagen und Kopfschütteln. Alles ist ein Zeichen, dass sich ihr Hoppler richtig wohl fühlt.
ACHTUNG: häufiges Kopfschütteln kann auch auf eine Atemwegserkrankungen oder Ohrenkrankheiten hinweisen.
Umkreisen der Füsse Umkreist dein Kaninchen deine Füsse in einem weiten Kreis, dann will es dich auf diese Weise begrüssen und dir zeigen, dass es dich mag.
Rast es in engen Kreisen um deine Füsse und zwickt dich dabei, dann ist das ein sexuelles Verhalten. Kaninchen berammeln manchmal die Füsse (oder Arme) ihres Menschen. Das Kaninchen ist in dich "verliebt" und wirbt um dich.
Futternapf schieben Kaninchen haben eine sehr eigene Vorstellung von der Ordnung in ihrem Käfig. Deshalb kann es sein, dass sie ihre Futternäpfe und andere Ausstattungsgegenstände des Käfigs durch die Gegend schieben und zerren und sie damit in ihre eigene Ordnung bringen.
am Gitter nagen/ rütteln Kaninchen, die sich langweilen, nicht ausgelastet sind, zuwenig Knabberkost haben oder der Meinung sind, dass man sich zu wenig um sie kümmert, beginnen häufig am Gitter ihres Käfigs zu nagen oder zu rütteln. Dieses Verhalten zeigen vor allem Kaninchen, die in zu kleinen Käfigen oder allein gehalten werden. Abhilfe schaffen kann man durch ein großes Gehege, einen Partner und Beschäftigung.
Fell ausreissen Kaninchenweibchen zupfen sich ihr Bauchfell aus, wenn sie schwanger oder scheinschwanger sind und beginnen ihr Nest zu bauen.
Liebevolle Gebärdenanstossen/sanftes Anstupsen des Armes oder BeinesDas ist i.d.R. eine Geste der Begrüssung und der Gemütsbewegung. Meine Nins praktizieren diese Geste um mir mitzuteilen, dass er nun unter meinem Schreibtisch an meinen Füssen sitzen und ich sie kraulen soll.
lecken/ knabbern/ putzenSo wie Kaninchen Artgenossen putzen und lecken, wenn sie miteinander kuscheln, schlabbern sie auch ihre Halter ab, wenn sie sie mögen und lieb haben.
aneinander kuschelnManche Kaninchen schmiegen sich lieber an ihre Halter, als sie abzulecken. Sie rollen sich neben sie auf das Sofa oder ins Bett. Einige gehen sogar so weit, dass sie in den Hausschuhen oder Kleidungsstücken ihrer Halter einschlafen. Das ist ein sehr großer Liebesbeweis, der oft übersehen wird. Selbstverständlich kuscheln Kaninchen aber am liebsten miteinander.
hinterherlaufen Manche Kaninchen haben u.U. die Eigenschaft dir durch das ganze Haus bzw. die ganze Wohnung zu folgen. Dabei rennen sie zwischen die Beine, zwicken dich in die Wade, wenn du stehen bleibst und stecken ihre Nase überall rein, wo sie können und ihre Halter gerade dran arbeiten. Auch das ist ein Zeichen von Zuneigung und Zugewandheit.
Manche Kaninchen mögen es nicht so sehr angefasst zu werden, sind aber gern mit ihrem Besitzer in einem Raum.
BegrüssungManche Kaninchen erwarten ihre Besitzer schon, wenn sie nach Hause kommen. Sie sitzen vor der Tür oder am Gitter des Auslaufs, um ihre Halter zu begrüssen. Andere springen morgens auf das Bett, um ihre Besitzer zu begrüssen und sich eine erste Streicheleinheit abzuholen.
© Kristina Breit 2007